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Ex-Landesvater als Berater
Schausbergers IRE will bei der Regionalisierung
Europas helfen
Der ehemalige Salzburger
Landeshauptmann Franz Schausberger
hat ein europaweites Betätigungsfeld gefunden. In einem
Festakt in Wien wurde dieser Tage von Bundeskanzler Wolfgang
Schüssel das von Schausberger
initiierte Institut der Regionen Europas (IRE) aus der Taufe
gehoben. Dabei mangelte es nicht an föderalistischen
Bekenntnissen: „Die Europäische Union muss von den Regionen,
von unten her getragen werden. Die EU darf nicht aufgesetzt,
nicht von oben her diktiert sein“, gelobte der Kanzler.
Diesem Zweck hat sich
Schausbergers IRE verschrieben.
Als gemeinnützige Privatstiftung aufgebaut, bietet es
Beratungsleistungen im Bereich Regionalpolitik an. „In ganz
Europa haben die Regionen an politischer Bedeutung
zugenommen“, sagt Schausberger
im SN-Gespräch. In einigen EU-Ländern seien
Verwaltungsreformen umgesetzt worden, die zu mehr
Regionalismus und Föderalismus führten.
Dem gegenüber stehe die
politische Realität in den meisten Ländern Osteuropa. Viele
von ihnen hätten den von den kommunistischen
Regimen geerbten Zentralismus
noch nicht völlig überwunden, regionale Einheiten seien erst
im Entstehen begriffen. „Dort gibt es einen riesigen Bedarf
an Information und Netzwerken“, sagt
Schausberger. Das IRE (Stifter sind das
Bundeskanzleramt, das Wirtschaftsministerium und einige
europäische Regionen) wolle diese Dienstleistungen anbieten.
Schausberger will seine
Erfahrungen als langjähriger Landeshauptmann und als
Mitglied des EU-Ausschuss der Regionen einbringen.
„Der Regionalismus wird auch
eine Rolle bei den künftigen Beitrittsgesprächen spielen“,
sagt der Landesvater. Die Türkei etwa werde sich die Frage
gefallen lassen müssen, wie sie es mit der regionalen
Demokratie halte. Auch Bulgarien habe noch großen
Nachholbedarf, was die Demokratisierung der Regionen
betreffe. Die Regionalisierung der EU, die nun auch Länder
wie England, Italien, Polen, Tschechien und Slowakei erfasst
habe, führe dazu, dass über Investitionen zunehmend in den
Regionen und nicht in den Hauptstädten entschieden werde.
Auch diesbezügliches Know-how bietet das IRE an. |