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Schausberger: Regionale
Infrastrukturprojekte schaffen Arbeitsplätze und stärken die
Wirtschaft
Utl.:
Kongress des Institutes europäischer Regionen zum Thema
„Finanzierung regionaler Infrastrukturprojekte“ in Schloss
Klessheim
„Das Institut der Region sieht
sich als Informationsdrehscheibe zur Unterstützung der
Regionen vor allem auch in ihren wirtschaftspolitischen und
strukturpolitischen Anliegen“, betonte heute, Mittwoch, der
Vorstand des Institutes der Europäischen Regionen
LH-a.D. Dr. Franz Schausberger
in seiner Einleitung zur Konferenz der europäischen Regionen
in Schloss Klessheim, dass ganz im Zeichen des Themas
„Finanzierung regionaler Infrastrukturprojekte“ stand. Der
Einladung des Institutsvorstandes LH d.D. Dr. Franz
Schausberger waren rund 100 Teilnehmer aus 14 europäischen
Staaten und den höchsten Vertretern aus 34 Regionen Europas
gefolgt. Unter den Vortragenden begrüßte Schausberger den
Vizepremier der Slowakischen Republik
Pal Csaky,
den Vizepräsidenten der europäischen Investitionsbank
Wolfgang Roth und den Stellvertretenden Generaldirektor der
Europäischen Kommission (Unternehmen und Industrie) Mag.
Heinz Zourek.
Schausberger hob hervor, dass
gerade die neuen Mitgliedstaaten große
Anstrengungen zum Ausbau der Infrastruktur unternehmen
würden, dies gehe nicht ohne jedoch ohne finanzielle
Unterstützung der EU. In diesem Zusammenhang wies
Schausberger darauf hin, dass die meisten der neuen
EU-Mitgliedsstaaten nur einen Bruchteil der EU-Fördermittel
aus dem Strukturfonds oder aus dem Sozialfonds in Anspruch
nehmen, manche nur bis zu 45 Prozent der möglichen
Förderungen. Problem dabei seien oftmals
Koordinierungsmängel in den nationalen Zentralbüros, in den
Ministerien, leidtragende seien
meist die Regionen und die Gemeinden. Ziel des Kongresses
sei es, eine Beitrag dazu zu
leisten, dass Regionen und Gemeinden rascher zur
Finanzierung von wichtigen Infrastrukturprojekten kommen,
betonte Schausberger.
Es gebe keine Alternative zur
europäischen Integration, die derzeitige Krise sei auch eine
Chance, darüber nachzudenken, ob man auf dem richtigen Weg
sei, erklärte Pal
Csaky. Gerade
für
postkommunistischen Länder sei die Frage der
Regionalisierung ganz besonders wichtig, viele Reformen
seien notwendig, um von alten zentralistischen Strukturen
wegzukommen. In der Slowakei sei der
Plan gescheitert, wieder 12 historisch gewachsene Regionen
zu formieren, stattdessen billigte das Parlament 2001 nur
die Bildung von 8 Regionen. Dies sei,
gerade im Hinblick auch auf die Autonomie der ungarischen
Minderheit, nicht das Optimum gewesen, so
Csaky selbstkritisch.
Derzeit unternehme die Slowakei
große Anstrengen zur „Verländerung“
der Finanzgebahrung, ein
entsprechender Entwicklungsplan für die Jahre 2007 bis 2013
werde entwickelt. Die Finanzierung und der Ausbau der
Infrastruktur nannte Csaky als
eine der vordringlichsten Probleme der Slowakei,
im Zusammenhang mit der Erschließung neuer
Finanzierungsquellen werde derzeit besonders die
Möglichkeiten zu PPP-Modellen (Private-Public-Partnership)
geprüft.
Der Aufholbedarf der neuen
Mitgliedsstaaten im Bereich der Infrastruktur sei enorm, Der
Vizepräsidenten der europäischen Investitionsbank Wolfgang
Roth bezifferte den Infrastrukturbedarf dieser neuen
Mitgliedstaaten in den Jahren 2000 bis 2015 mit rund 30
Milliarden Euro jährlich. Roth warnte davor,
PPP-Finanzierungmodelle als
Allheilmittel zu sehen, gerade Osteuropäischen Staaten
würden die Probleme dieser Art der Finanzierung zu Beginn
unterschätzen. Diese Modelle würden sich erst dann rechnen,
wenn sie gut vorbereitet seien. In
diesem Fall seien aber ganz klare Effizienzsteigerungen
beim Bau und Betrieb von Infrastruktur möglich,
betonte Roth.
Derzeit betreue die
europäischen Investitionsbank
rund 160 PPP-Projekte, davon seien nur rund 12 Projekte „notleidend“.
Ein besonderer Vorteil der PPP-Finanzierung liege darin,
dass damit das Problem der Kostenüberschreitungen und
verspäteten Fertigstellungen in den Griff zu bekommen sei.
Liege der Prozentanteil von Projekten mit
Kostenüberschreitungen im öffentlichen Bereich bei 73
Prozent, liege der Anteil im PPP-Bereich bei nur 22 Prozent.
Ganz ähnlich verhalte es sich auch bei dem Problem der
verspäteten Fertigstellung. Dort liege der Schlüsse bei 70
zu 24 Prozent für die PPP-Finanzierung. Als Probleme zur
PPP-Finanzierung in den neuen Mitgliedsstaaten nannte Roth
zum einen Planungsunsicherheiten aufgrund der politischen
Situation und zum anderen dem noch niedrigen Einkommen in
diesen Ländern, die keine hohe
Bemautung der entsprechenden Stecken zulassen würden.
Andernfalls würden große Umwege in Kauf genommen werden, um
die Mauten zu vermeiden. |