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Franz Schausberger macht
Salzburg für zwei Tage zum Mittelpunkt der Regionen Europas!
Utl.: Erste
Generalversammlung der „Institutes der Regionen Europas“ in
Mattsee
Unter Teilnahme hochkarätiger
politischer Vertreter aus Österreich und ganz
Europ, fand
Dienstag Nachmittag, die erste Generalversammlung
des Institutes der Regionen Europas in
Schloss Mattsee in Salzburg statt. Der Einladung des
Institutsvorstandes LH d.D. Dr. Franz Schausberger waren
rund 100 Teilnehmer aus 14 europäischen Staaten und den
höchsten Vertretern aus 34 Regionen Europas gefolgt.
Vertreten waren unter andern der
Präsident des Ausschusses der Regionen (ADR) Peter Straub,
der Präsident des Kongresses der Gemeinden und Regionen des
Europarates Giovanni Di Stasi, der Vizepräsidenten der
Versammlung der Regionen Europas (VRE) Ivan Jakovcic, sowie
der Präsident der Region Mährisch-Schlesien Ing. Evzen
Tosenovsky. Die Bundesregierung war durch Bundesministerin
Maria Rauch-Kallat vertreten, die Einleitungsreferate
hielten EU-Kommissar a.D. Dr. Franz Fischler und der
politische Direktor im österreichischen Außenministerium Dr.
Thomas Mayer-Hartig.
Eingangs richtete Schausberger
seinen Dank an die Gründungsstifter des
Institutes, allen voran das Bundeskanzleramt
vertreten durch Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und den
Ländern Tirol, Oberösterreich, Niederösterreich und der
Region Istrien in Kroatien. Dass die Gründung des Institutes
der Regionen vor einem Jahr eine richtige und notwendige
Entscheidung war, beweise das große internationale
Interesse an dem zweitägigen Kongress, so Schausberger.
Schausberger, betonte, dass es
nicht darum gehe, eine Parallelplattform oder gar
Konkurrenzplattform zu den bereits bestehenden
Organisationen zu etablieren. Das Institut der Regionen
Europas sehe sich als Ergänzung dazu und werde sich mit
aller Kraft in den Dienst der Regionen stellen. Ziel sei es,
in dieser Plattform die unterschiedlichen Regionen Europas
optimal zu vernetzen und eine strategische Zusammenarbeit zu
entwickeln, auch wissenschaftliche Publikationen und
regelmäßige Fachkonferenzen seien in Zukunft geplant. Währen
der österreichischen EU-Präsidentschaft sei erstmalig auf
Einladung der IRE eine gemeinsame Konferenzinterregionaler
Organisationen Europas geplant. „Es geht schließlich darum,
eine Plattform zu Diskussion und zur Zusammenarbeit
aufzubauen“, erklärte Schausberger.
Die Ablehnung der EU Verfassung
in einigen Mitgliedsstaaten habe gezeigt, dass so manches in
Europa nicht so laufe, “wie es laufen soll“, betonte
Schausberger. Die österreichische
EU-Präsidentschaft bedeute daher auch eine Zeit der großen
Verantwortung für Österreich. Die neue Verfassung würde eine
Reihe von Verbesserungen für die Regionen beinhalten, daher
sei eine inhaltlichen Diskussion
mit den Bürgern darüber ganz besonders wichtig. Das
Informationsbedürfnis sei sehr hoch, wie er bei zahlreichen
persönlichen Gesprächen besonders mit jungen Menschen in den
neuen Beitrittsländern bemerkt habe. Die gesamte Verfassung
stehe und falle daher in dem Ausmaß, wie stark die einzelnen
Regionen in den Ratifizierungsprozess eingebunden seinen,
betonte Schausberger. Man dürfe trotz aller Rückschläge zwar
nicht vergessen, dass eine Reihe von Staaten die Verfassung
auch angenommen hätten, dennoch dürfe man nicht zur
Tagesordnung übergehen.
Auch EU-Kommissar a.D. Franz
Fischler warnte davor zu glauben, die „Krise der EU sein in
Sommerloch gefallen“. Wer meine
durchtauchen zu können, täusche sich. Man müsse sich
ernsthaft mit den Gründen auseinandersetzen. Einer der
Gründe liege darin, dass es zwar eine deutsche,
österreichische, französische etc. Europapolitik gäbe, aber
keine europäische Europapolitik. Schuld daran sei unter
anderem ein gewisses Demokratidefizit
der EU. Die unterschiedlichen Parteien im Europaparlament
müssten noch stärker in den gegenseitigen Ideen-Wettbewerb
treten und „als politische Kraft stärker in der
Öffentlichkeit auftreten“. Fischler lobte die
Initiativen des IRE als wichtigen
Beitrag Österreichs zur Stärkung der Regionen Europas.
Ein Grundproblem der EU sei
derzeit, dass nationale Politiker in ganz Europa die Tendenz
hätten, Erfolge Brüssels als nationale Erfolge zu verkaufen
und nationale Misserfolge der EU in die Schuhe zu schieben,
so Botschafter Dr. Thomas Mayer-Harting. Die letzte
Präsidentschaft liege im Jahre 1998 zurück, auf Basis der
neuen EU-Verfassung wäre die nächste Präsidentschaft erst
wieder 2019 für Österreich vorgesehen. Insofern sei die
Präsidentschaft eine ganz wichtige Herausforderung. Drei
Aufgaben habe Österreich im Rahmen seiner Präsidentschaft zu
erfüllen:
1. Vermittler zu sein nach
innen. (zwischen den EU-Mitgliedsstaaten)
2.
Vertretung der EU in der Welt.
3. Sprecher zu sein für Europa
gegenüber den Bürgern.
Als wesentliche Elemente des
Pflichtprogramms nannte Mayr-Harting die EU Verfassung, so
wie das Thema „Erweiterung“ und den Bereich der finanziellen
Vorschau 2007 bis 2013. Zum Thema EU-Verfassung betonte
Mayr-Harting, dass der
Ratifizierungsprozess weitergehe, es sei aber noch nicht
absehbar, in welcher Situation man sich in der Zeit der
Präsidentschaft befinden werde. Zwei Länder hätten bisher
schon die Verfassung abgelehnt, in 11 Ländern sei der
gesamte Ratifizierungsprozess
abgeschlossen, zwei Länder (Deutschland, Slowakei) hätten
die Ratifizierung auf parlamentarischer Ebene bereits
abgeschlossen, in zwei weiteren Länder sei der
parlamentarische Prozess im Gang. In acht Ländern sei die
Ratifizierung noch offen.
2007 sei die Erweiterung von
Rumänien und Bugarien geplant, die EU habe die Aufgabe,
einen Fortschrittsbericht zu legen. Werde dieser nicht
rechtzeitig fertig, könnte Österreich damit befasst werden.
Auch die Verhandlungen mit der Türkei und Kroatien
stünden am Programm. Besonders wichtig werde auch die Frage
der engeren Zusammenarbeit der Justiz und Innenminister im
Zusammenhang mit dem Kampf gegen die internationalen
Kriminalität und Terrorismus sein. Auch
die Frage der europäischen Identität werde unter
österreichischen Vorsitz diskutiert werden. In diesem
Zusammenhange werde ein von Bundeskanzler Schüssel
initiertes Symposium
„Sound of Europe“ in Salzburg stattfinden.
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